Leitbild

Ein Leitbild für unseren Ort

Politische Entscheidungen werden im Rathaus in den kommunalen Gremien getroffen. Jeder Beschluss des Gemeinderats gibt für sich, im Kleinen, eine Richtung für die Zukunft vor. Wir sind der Überzeugung, dass alle diese Entscheidungen zu einem gemeinsamen Ziel hinführen sollten, welches im Vorfeld definiert werden muss, um jede Entscheidung daraufhin abgleichen zu können.

Dieses gemeinsame Ziel nennen wir „Leitbild“. Die Frage, die dahinter steht, ist: wie soll sich unser Ort verändern, so dass wir in 5, 10 oder 20 Jahren sagen können: „Das ist genau der Ort, in dem ich leben will, in dem ich mich wohlfühle, in dem meine Kinder eine Zukunft haben“.

Wir haben das wie folgt definiert: Bad Wiessee soll ein touristisch geprägter Ort sein, in dem es einen hohen sozialen Zusammenhalt gibt, in dem sich alle gesellschaftlichen Schichten wohlfühlen können, der für alle Altersgruppen eine bestmögliche Infrastruktur zur Verfügung stellt, der ein gemäßigtes, organisches, nachhaltiges und naturverträgliches Wachstum hat und bei dem die Qualität und Naturverträglichkeit des Tourismus vor der Quantität steht.

Bad Wiessee von oben

Wie wir dieses Leitbild erreichen möchten:

  • Politische Entscheidungen VON und FÜR Einheimische
    Bad Wiessee ist zunächst ein Lebensort für uns alle, die hier wohnen. Daher muss das Augenmerk von politischen Entscheidungen zunächst auf all diejenigen gerichtet sein, die hier ihren Lebensmittelpunkt haben – und nicht auf touristische Gäste und / oder Zweitwohnungsbesitzer. Politische Entscheidungen sollen VON und FÜR Einheimische sein – also von Gastgebern, Handwerkern, Einzelhändlern, Landwirten, Engagierte in Vereinen … Aber: dennoch ein starkes Augenmerk auf einen gesunden und nachhaltigen Tourismus zu richten, widerspricht diesem Ansatz keinesfalls. Denn alle Annehmlichkeiten, die den Gästen zur Verfügung stehen, stehen auch jedem Einheimischen zur Verfügung.
  • Gemeinsame Lösungen im gesamten Tegernseer Tal
    Bad Wiessee ist einer von 5 Orten im Tegernseer Tal, die durch einen See miteinander verbunden sind. Die wenigsten Herausforderungen stellen sich damit einer Gemeinde allein; sondern allen Gemeinden gemeinsam. Der oft genannte „Tal Gedanke“ wird unserer Ansicht nach zwar oft genannt, aber noch viel zu wenig gelebt. Wir möchten, so oft es geht, gemeinsame Lösungen mit den Nachbargemeinden finden und Herausforderungen gemeinsam meistern, sei es im Bereich Verkehr, ÖPNV, Natur- und Landschaftsschutz oder Tourismus.
  • Schaffung von bezahlbarem Wohnraum
    Die Grundstückspreise haben bei uns inzwischen astronomische Höhen erreicht. Der Erwerb von Eigentum ist ohne ein sehr kräftiges, finanzielles Polster inzwischen nicht mehr möglich. Diese Preissteigerungen schlagen voll auf den Mietmarkt durch. Es kann und darf nicht sein, dass es Einheimischen nicht mehr möglich ist, hier Eigentum zu erwerben oder eine Mietwohnung zu finden. Vor allem für Alleinstehende und junge Familien ist das eine dramatische Situation. Die Gründung des gemeindlichen Kommunalunternehmens KU Bad Wiessee AdöR für bezahlbaren Wohnraum war ein erster und richtiger Schritt. Dies kann allerdings nur der Anfang sein. Zwischenzeitlich stellt die gemeindliche KU mit moderaten Mieten ca. 10% des Mietmarktes im Ort. Wir unterstützen es, diesen Weg konsequent weiter zu verfolgen, um unseren Bürgern noch mehr gemeindliche Mietwohnungen in unterschiedlichen Größen anbieten zu können.
  • Tourismus und Gesundheit
    Bad Wiessee ist ein Tourismusort und der Gesundheitsstandort am Westufer des Tegernsees. Seit über 100 Jahren bieten wir in Bad Wiessee mit unserem Jodschwefelbad die Heilkraft der Natur in ihrer schönsten Form. Wir stehen zu unserem Gesundheitsstandort, der einen naturverträglichen und nachhaltigen Tourismus ermöglicht. Eine Form des Tourismus, der eine große Wertschöpfung in unseren Ort trägt; der unsere schöne Landschaft und Natur erhält; und gleichzeitig uns Einheimischen ermöglicht, hier arbeiten und wohnen zu können.
  • Konzentration auf die Pflichtaufgaben der Gemeinde
    Das „Grundgesetz“ für kommunale Entscheidungen – die Bairische Gemeindeordnung schreibt den kommunalen Mandatsträgern eine Unterscheidung zwischen Pflichtaufgaben einer Gemeinde und freiwilligen Aufgaben vor. Pflichtaufgaben sind z.B der Erhalt bzw. der Ausbau von Infrastruktur, der Bau von Straßen, der Bau und Erhalt von Schulen und Kindergärten und die Instandhaltung von Trinkwasser- und Abwasserversorgung. Wir sind der Überzeugung, dass diese Verpflichtung zur Unterscheidung in den letzten Jahren nicht konsequent genug ausgeübt wurde. Vor allem die Qualität der Straßen lässt in manchen Ortsbereichen stark zu wünschen übrig. Eine Konzentration auf die Pflichtaufgaben stellen wir daher ganz oben an.
  • Attraktive Entwicklung der Seepromenade
    Die Seepromenade Bad Wiessee ist eine der schönsten Aufenthaltsorte am Tegernsee. Die Neugestaltung der Seepromenade ist ein aktuelles Thema, das auf die Modernisierung der Veranstaltungsbereiche, Wege, Grünflächen und Baumbestand abzielt. Vieles wurde schon angepasst, wie z.B. Spielplatz, Wasserspiel und die Renaturierungen des Seeufers und der Neubau einer Überdachung der als Wetterschutz dienen soll. Abenteuerspielplatz, Musikpavillon, und zahlreiche Sitz- und Liegeplätze am See laden zum Verweilen ein. Nun ist dringend eine Anpassung der Seepromenade an den Hotelneubau „See Gut am Tegernsee“. erforderlich. Eine Neugestaltung von Bereichen für Veranstaltungen können zu einer optimierten Nutzung und einer besseren Aufenthaltsqualität beitragen. Es soll eine gemütliche, einladende Atmosphäre geschaffen werden, die dazu animiert, länger zu bleiben, sich zu entspannen und zu verweilen. Die Anpassungen bei der Wegeführung, für Fußgänger, Fahrradfahrern, Familien mit Kindern sowie Menschen mit Behinderung, sind erforderlich, da sich die Mobilität der Bürgerinnen und Bürger verändert hat. Konflikte zwischen den unterschiedlichen Nutzern der Seepromenade könnten durch bauliche Veränderungen der Wege, der Wegeführung und klare Kennzeichnung, vermieden werden. Unser Ziel ist es, bis 2028 mit der Eröffnung des neuen Hotelbereiches, für unsere Bürgerinnen, Bürger, Besucher und Gäste, eine zeitgemäße Neugestaltung der Seepromenade anbieten zu können.